Best Paper Award 2025 für wissenschaftliche Literaturreview zu Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung wohnungsloser MenschenDie wissenschaftliche Publikation„Invisible struggles: WASH insecurity and implications of extreme weather among urban homeless in high-income countries – A systematic scoping review“(abrufbar unter: https://doi.org/10.1016/j.ijheh.2023.114285)wurde mit dem Best Paper Award 2025 des International Journal of Hygiene and Environmental Health, gegründet 1883 als Archiv für Hygiene, und später umbenannt in Zentralblatt für Hygiene und Umweltmedizin (Elsevier) ausgezeichnet.Die Veröffentlichung ist eine wichtige wissenschaftliche Arbeit, da sie erstmals systematisch untersucht, wie fehlender Zugang zu Wasser, Toiletten und Hygiene die Gesundheit wohnungsloser Menschen in Städten wohlhabender Länder beeinflusst – insbesondere während extremer Wetterereignisse wie Hochwasser und Hitzewellen. Damit liefert sie einen relevanten Beitrag für Forschung und Praxis in der öffentlichen Gesundheit und Stadtplanung.Die Arbeit wurde federführend von Prof. Dr. Carmen Anthonj (Universität Twente, Niederlande) erstellt und analysierte 50 internationale wissenschaftliche Publikationen. Sarah Stanglow vom Verein für Gefährdetenhilfe war maßgeblich an der Arbeit beteiligt.Ein zentraler Praxisbezug ergibt sich aus dem Projekt„Zugang zu Wasser, Toiletten & Hygiene für Menschen ohne Obdach in Bonn“, das in Kooperation mit dem VFG Bonn und dem Caritasverband Bonn durchgeführt wurde. Der VFG Bonn brachte seine Erfahrung aus der Wohnungslosenhilfe ein und unterstützte die Einbindung von Betroffenenperspektiven. Sarah Stanglow begleitete das Projekt fachlich, und war auch an der Erstellung des ausgezeichneten Fachartikels maßgeblich beteiligt. Der Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. stellte ebenfalls Expertise und Kontakte zu wohnungslosen Menschen bereit, die für die Datenerhebung und Praxisrelevanz entscheidend waren.Die Ergebnisse der Literaturreview zeigen, dass wohnungslose Menschen oft keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser, Toiletten oder Duschen haben. Öffentliche Einrichtungen sind knapp, zeitlich eingeschränkt oder unhygienisch; kostenpflichtige Angebote sind oft unzugänglich. Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Kälteperioden oder Starkregen verschärfen die Situation zusätzlich und erhöhen die gesundheitlichen Risiken. Besonders Frauen sind betroffen, während bestehende Daten- und Forschungslücken die Entwicklung besserer Versorgungssysteme erschweren.Auf Grundlage der Analyse wurde ein Rahmenmodell (siehe Anlage) entwickelt, das das Zusammenspiel von WASH, Extremwetter und Wohnungslosigkeit systematisch erfasst. Es bietet eine Grundlage für gesundheitsorientierte, klimaresiliente Stadtplanung.Der Best Paper Award wird jährlich vergeben und würdigt Arbeiten mit besonderer wissenschaftlicher Qualität und gesellschaftlicher Relevanz.